Die Konferenz ist vorbei, mein Koffer ist nach einer Woche endlich angekommen, ich habe mich mit Gartenarbeit betätigt und eine Bleibe gefunden.
En detail:
Die vorletzte Woche habe ich in Boston verbracht. Urlaub? - Nein, weit gefehlt. Sonntag und Montag vor fast zwei Wochen habe ich jeweils eine Präsentation auf der System Dynamics Konferenz in Boston gehalten. Außerdem habe ich als freiwilliger Helfer gearbeitet. Montag Abend hieß das bis 11 Uhr schuften. Zum Ausgleich für die späte Arbeit begann meine Arbeit am Dienstag dann etwas früher um 6:45 (morgens wohlgemerkt). Es hat aber total viel Spaß gemacht. Und ich habe total viele nette Leute getroffen, die mir mit T-Shirts etc. ausgeholfen haben - schließlich war mein Sommer-Gepäck ja noch nicht da. Das Hotel war wegen der Klimaanlage zwar eisgekühlt, aber mit Wollsocken und Stiefeln konnte ich doch nicht so viel anfangen. Im Ernst, draußen 36, drinnen 16°C.
Wieder in Albany habe ich erst mal bei Roberta der Konferenzkoordinatorin gewohnt. Sie liebt Gartenarbeit. Wir haben Apfelbäume eingezäunt und einen Wasserlauf freigelegt. Als Sport taugt das mindestens so gut wie Capoeira. Spaß hat es auch noch gemacht. (Ganz nebenbei bemerkt hat dieser 2-Personen-Haushalt 3 Autos.)
Außerdem war ich noch mit Bekannten von Roberta beim Baseball. Dieses Spiel war bisher ein Rätsel mit 7 Siegeln, aber jetzt weiß ich zumindest, wann die Spieler laufen, warum, und wann nicht. Zur Punktvergabe äußere ich mich besser noch nicht.
Diese Bekannten haben weitere Bekannte, bei denen ich dann Mittwoch eingezogen bin. Von ihrem anfänglich horrenden Mitpreis von 700 Dollar sind sie abgekommen, aber die Vermieterin meinte noch, dass ich maximal eine Person als Gast einladen dürfe. Ich habe sie diesbezüglich einfach mal nicht ernst genommen und denke, sie wird schon noch rausfinden, dass ich ganz umgänglich bin und dass ihr Haus nicht der Geheimtipp für wilde Partys werden wird. (Hä hä.) Eigentlich ist nur der Mann Charles 2 Tage die Woche zu Hause, die ganze Familie ist zu den Großeltern gezogen. Das heißt, ich hüte ihr Haus.
Na ja, ganz alleine bin ich nicht. Gleich am ersten Abend ist mir eine Maus im Küchenschrank begegnet - in einer Mausefalle. Wir suchen gerade ihre nächsten Anverwandten, um diese an ihrem Schicksal teilhaben zu lassen.
Gestern war dann ein Erlebnisausflug zu Aldi in der Nachbarstadt angesagt. Mit dem öffentlichen Bus, wohlgemerkt. Auf dem Rückweg bin ich schier zusammengebrochen unter meiner deutschen Last. Nein, bis auf Schokolade, Marmelade und Brot habe ich leider keine deutschen Produkte entdeckt, aber schwer war's trotzdem.
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