Dienstag, 18. Dezember 2007

Albany 5 - Deutsche Dinner

Es ist schon ein Zeitchen her, aber irgendwann im Herbst war hier Indian Summer. Man sieht's auf dem Foto. Das habe ich bei meiner Radtour aufgenommen.Jetzt sieht es allerdings eher so aus.Neben meinem Studium ist meine zweite Hauptbeschäftigung zur Zeit das Schneeschippen. Alleine gestern hat's 30 cm geschneit. Jetzt weiß ich auch, warum Eskimos 7 Namen für Schnee haben; 2 habe ich nämlich auch schon. Leichten und schweren Schnee. Beim Schnee schaufeln unterscheidet man das ganz schnell. Letzte Woche gab es leichten Schnee, jetzt liegt jede Menge schwerer in der Einfahrt und auf dem Bürgersteig und wartet auf meinen Einsatz.
Was zu Hause allerdings riesiges Chaos verursacht hätte und die öffentlichen Verkehrsmittel zum Erliegen gebracht hätte, gehört hier zum ganz normalen Winter. Autos, Busse, etc. fuhren selbst noch bei 30 cm Neuschnee. Trotzdem ist die Stadt gerade in "Snow Emergency". Das ist aber kein Ausnahmezustand, sondern Teil des ganz normalen Alltagswahnsinns.

Ansonsten habe ich mich ziemlich in mein Studium vergraben. Es gab ein paar Ausnahmen, und dabei drehte sich natürlich wieder alles ums Essen.
In den letzten Monaten gab es drei "German Dinner" in meinem Haus. Das heißt, ich habe die Gäste (Amis, Iraner, Armenier, Türken und Brasilianer) mit Sauerkraut, Rotkohl und Speckbohnen verwöhnt. Dass manche zweimal dawaren, zeigt, dass das Essen nicht ganz so schlimm gewesen sein kann. Einem Ami war das Ganze wohl doch zu risikoreich mit dem deutschen Essen. Er hat Steaks mitgebracht, die dann hier auf den Grill kamen. Nach echter Grillmanier wurden sie auf offener Flamme gekokelt. Hat super geschmeckt - innendrin. Dazu gab es, wie gesagt, deutsche Leckereien.
Wir haben einiges über Rods Jugendsünden erfahren, u
nd es war "a great party".
Auf den Fotos unten sehr Ihr übrigens Oktoberfest-Becks.
Die deutschen Dinner wurden dann von einem armenisch-iranischen Dinner beantwortet. Diese Gelegenheit haben die anderen dann auch gleich dazu benutzt, mich zum Zentrum der Belustigung zu machen.
Na ja, es war organisiertes Anbändeln, indem ich mit jemandem zusammengebunden wurde - mit Russell aus Malaysia. Die Idee war dann aber, wieder voneinander loszukommen. So ne Art Intelligenztest, ob und wie schnell man das schafft. Der Sinn des Ganzen war aber wohl eher, jede Menge Spaß zu haben.
Und den hatten wir auch, wie man auf den Fotos sieht.So, wieder glücklich getrennt. ;-)
Ja und dann gibt es in Albany noch die Holiday Lights im Park. Es heißt Holiday, nicht Christmas, denn man will ja politisch korrekt sein. Vielleicht bin ich schon so amerikanisiert, vielleicht bin ich auch einfach ein bisschen kitschig, aber ich finde die Lichter wunderbar.Das Ganze ist natürlich für eine eurpäische Fußgängerin umsonst. Nicht deswegen, weil ich Europäerin bin, sondern weil ich mir doch wirklich die Mühe gemacht habe, durch den Park zu laufen. Amerikaner = Autofahrer müssen ganz schön blechen. Na ja, irgendwie konnte ich die Autofahrer auch verstehen, es waren halt minus 6 Grad, es war windig, ... .Am Donnerstag mache ich mich wieder auf, die große, weite Welt zu erkunden. Meine Vermieter haben mich für zwei Tage zu ihren Eltern eingeladen, und die wohnen nur 40 Minuten von der großen Stadt entfernt. Ich verbringe also einen Tag in New York.
Bin schon sehr gespannt.

Ich wünsche Euch allen schöne Weihnachten, ähm Happy Holidays.

Albany 5 - German Dinners

It was a while ago, but in fall there was Indian Summer. You can see the colors of the photo. I took it during a bike tour.
But now, it rather looks like this:
Apart from studying, shoveling snow became one of my primary tasks. Yesterday there was a foot (30 cm) of snow. Now I know why the inuit have 7 names for snow; I already got 2: light and heavy snow. You start making that distinction quickly once you start shoveling show. Last week's snow was light, but now there is much heavy show waiting to be shoveled in the driveway.
At home this would have created serios chaos and public transportation would have been totally disrupted. Here, cars, buses, etc. also drove after a foot of fresh snow. Nevertheless the town is in "snow emergency". But this is not a real emergency, it is part of the everyday madness.

Apart from that I burrowed myself into my studies. There were a few exceptions though, and they were all about food.
During the last months there were three German dinner at my place. This means I spoiled my guests (Americans, Iranians, Armenians, Turks, and Brazilians) with sauerkraut, red cabbage, and ham beans. Since some of them came more than once, the food cannot have been too bad. But for one American German food seemed to risky. He brought steaks which we then put on the barbecue. In real barbecuing manner we burned them on an open flame. Great taste--inside. And with this we had German foods. And we had German beer.
We heard stories about how Rod sowed his wild oats, and it was a really funny evening.
The German dinners got reciprocated by an Armenian-Iranian dinner. And the others used this opportunity to put me into the center of attention, or amusement.
Well, they tied me to Russell from Malaysia. But the idea was to untie yourself from the other person. Kind of an intelligence test, whether you manage to untie each other and how fast. But the real meaning of it was having a lot of fun, I guess. And we did, as you can see.
And happily untied. ;-)

Another thing that I enjoyed very much are the Holiday Lights in the park. It's holiday, not Christmas, in order to be politically correct. Maybe I am too americanized already, maybe I'm just kitchy, but I love those lights.
For a European who walks this is for free, of course. Not because I am European, but rather because I took the effort to walk through the park. Americans = car drivers have to pay quite a lot. But i can understand them. The temperature was 20°F (-6°C), it was windy, ... .
This Friday, I will continue exploring the big, wide world. My landlords invited me to their parents who just live 40 minutes from the City. So I will spend a day in New York. I'm looking forward to it.

I wish you a nice Christmas, well Happy Holidays!

Sonntag, 9. September 2007

Albany 4 - Höhen und Tiefen

Ich habe einen zweiten Versuch gestartet und den Fernseher noch einmal angestellt. Und siehe da, das Ergebnis war gleich besser. Es fing mit Friends an und ging dann in Grusel über. Da ich in diesem Haus alleine bin und draußen hin und wieder mal der Bewegungmelder draußen angeht, war ich nachher offen gestanden ziemlich verängstigt. Vielleicht bleibt der Fernseher doch eher aus. Zum Fernstehschauen bleibt auch gar keine Zeit. Ehrlich gesagt habe ich die letzten zwei Wochen jeden Tag bis 11 Uhr abends am Schreibtisch gesessen. Die Maßstäbe werden hier hoch angesetzt. Einerseits versuche ich, das Thema meiner Doktorarbeit einzugrenzen. Wo ich vor einem Monat also noch dachte, dass ich genau wüsste, worüber ich schreibe, klaffen jetzt einige Fragezeichen. Aber ich schreibe ja nicht umsonst über Wandel, da muss ich dann wohl auch selbst mal durch. Also besuche ich meine Kurse, lese, lese, lese, versuche mein Thema einzugrenzen, eine Fallstudie zu finden, ...

Weil ich eine echte Deutsche bin, wollte ich dann auch mal wieder zu Aldi. Ich glaube kaum, dass es viele Menschen gibt, die so viel auf sich genommen hätten, nur um zu Aldi zu kommen - und das bei
35°C. Aldi ist wie gesagt in der Nachbarstadt Rensselear und mit dem Bus war ich ja schon einmal dort. Amerika ist nur leider nicht Holland. Mit dem Fahrrad über den Hudson River zu kommen, erwies sich als echte Herausforderung. Eigentlich ist es ganz einfach - wenn man ein Auto hat. Doch der Zugang zur Brücke ähnelte eher einer Schnellstraße und Fahrräder waren auch nicht erlaubt.


Da wollte ich hoch.










Und da wollte ich drüber.



Ich habe natürlich Leute gefragt und irgendjemand wusste von einem Fußgängerüberweg.




Ich habe noch ein bisschen rumgefragt, bin weiter mit meinem Fahrrad rumgekurvt und irgendwann hatte ich sie dann endlich gefunden, die Rampe zur Brücke.



Es waren 35°C, das muss ich noch einmal anmerken, und ich war bereits seit über einer Stunde unterwegs. Irgendwann war ich dann aber auch bei Aldi.
Aah, deutsches Brot! Schokolade (bei 35°C)!
Dann machte ich mich wieder auf den Rückweg. Es dauerte nicht lange und es wurde ziemlich grau. Wirklich in die Pedalen treten, konnte ich nicht, weil es echt steil bergauf ging und meine Einkäufe recht gewichtig waren. Wenig später kam ein riesen Gewitter runter. Als 20 Meter weiter wegen des Winds ein Ast runterkrachte, der so dick war wie mein Bein, machte ich, dass ich nach Hause kam. Durch das Gewitter hat es von 35 auf 30°C abgekühlt. Was für eine Erleichterung. ;-).

So, das waren eher die Tiefpunkte. Dafür sind die Menschen hier s
ehr nett und hilfsbereit. Super für tiefgreifende Diskussionen außerdem.
Montag haben mich zwei meiner Professoren auf einen County Fair mitgenommen. Dort gab es auch Western Riding und ein Rodeo. Reiten auf Bullen und so. Unten sieht man einen der Bullen, NACHDEM er sich von seinem Reiter verabschiedet hatte. Ich habe es mir mit eher gemischten Gefühlen angeschaut und fand die Geschicklichkeitswettbewerbe mit den Pferden irgendwie interessanter. Das Publikum war aber das Interessanteste überhaupt. Alles Weiße. Einen Schwarzen habe ich gesehen, keine Asiaten, keine Mexikaner. Eine echte amerikanische Cowboy-Tradition also.

Für einen meiner Kurse hatte ich an diesem Wochenende die vielleicht interessanteste Hausaufgabe überhaupt. Ich musste irgendeine Interaktion von Menschen detailliert beschreiben. Als ich vom Supermarkt zurückkam, bin ich dann an einem Café vorbeigekommen, wo gerade drei Gitarristen ihr Bestes gaben. Eine halbe Stunde später war ich wieder dort - mit meinem Laptop bewaffnet - und habe die nächsten zwei Stunden damit verbracht, das Treiben in dem Café zu beobachten. Und wenn ihr jetzt denkt, was für eine verrückte Idee, dann muss ich euch sagen, dass ich nicht die einzige dort war. Jemand aus meinem Kurs tauchte auf und war dann ebenfalls fleißig am beobachten und tippen.



Samstag, 8. September 2007

Albany 4 - Ups and downs

I put on the TV another time. The result was much better this time. They showed "Friends" first, but then it got scary. Since I was alone in the house and since the motion detectors go on once in a while, I was quite scared. The TV probably needs to stay off. Ayway, during the last days I
worked from 9 am till 11 pm every day and don't have time for distractions. ;-) They demand quite a lot. On the one hand I try to narrow down the topic of my dissertation. Although a month ago I still thought to have a dissertation topic, there are some grey areas now. But I'm writing about change, so I should not mind changing the topic a bit. So I take my courses, read, read, read, narrow down my topic, search for a case study, ...

Since I am a real German, I wanted to go to Aldi, the German supermarket in the next town. It turned out to be a real challenge to get over the Hudson River by bike. Actually, it is quite simple, if you have a car. The road going over looks rater like a highway and bikes are prohibited.


I wanted to go up there.









And over.





I asked some people and finally someone told me about a pedestrian ramp.





I asked a little more, went around on my bike, and finally I found it - the ramp.


It was 35°C (95°C) and I was biking for more than an hour already. But sometimes I arrived. Aah, German bread! German chocolate!
On my way back there was quite a thunderstorm then. I got soaked. Totally. And there was a branch of a tree that was as thick as my legs that came off a tree really close to me. I wanted to get home.



So, these were the downs. But people are really nice and helpful. Great for deep conversations, too.

On Monday two of my professors took me with them to a couny fair. We watched western riding and a rodeo. Riding on bulls, etc. Below you see a bull AFTER he got rid of his rider. I watched it with somewhat mixed feelings and liked the horse riding better.

The audience was most interesting. White people only.
One black man, no Hispanics, no Asians. Looks like a really white cowboy tradition.

For one of my courses I had to do the most interesting homework ever. We had to describe some interation of people. On my way back from the grocery store I accidently passed a coffee shop where there were three guys playing the guitar and singing. Half an hour I was back with my laptop and spent two hours describing the interations in that cafe. But if you think this is a crazy idea, I must say that I was not the only one there. Someone from my class also showed up and also started his observations and typing.


Sonntag, 19. August 2007

Albany 3 - Nette Menschen und ein Käse-Experiment

Letzte Woche wollte ich mir nach echter amerikanischer Tradition ein Essen mit fluffigem Toast und Cheese Sandwich Slices machen. Als das ganze nicht so recht nach leckerem Käse schmecken wollte, habe ich auf die Zutatenliste geschaut. Siehe da, keine Milch drin. Dafür Öl.
Ab morgen wird dann wieder studiert.
Dann habe ich mir die Vorderseite der Verpackung noch einmal genauer angesehen und dort prangte es ganz groß: IMITATION Pasteurized Process Cheese Food. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

Während meines Käse-Dinners äh Imitation-Käse-Dinners habe ich den Fernseher angeschaltet. Vier Programme und es wurde immer besser: 1. Baseball, 2. Golf, 3. lokale Nachrichten über einen Hund, der endlich ein Zuhause gefunden hat, und 4. ein Helmut Lotti Konzert. Bei Helmut Lotti bin ich dann irgendwie hängengeblieben, zumindest bis ich mein Abendbrot aufgegessen hatte. Ja, ja, so weit ist es also schon mit mir gekommen.

Insgesamt war die letzte Woche sehr nett. Dienstag habe ich mit meinem Prof George hier einen Termin gehabt. Wir haben uns ganze zwei Stunden lang mein System-Dynamics-Modell angeschaut, er hat sich total viel Zeit genommen. Den nächsten Termin hatte ich diese Woche. Da war er schon kritischer und ich baue mein Modell evtl. noch einmal neu. Am Mittwoch hat mich George dann zu einem County-Fair mitgenommen, weil er mir das wahre Amerika zeigen wollte. Ein Fair ist eine Mischung aus Tiershow und Jahrmarkt; es gibt Tierausstellungen und -wettbewerbe, Essen und Karussells.
Es war ein super toller Nachmittag. Ach ja, und dann kamen unsere Tanzkünste zum Einsatz. Erst wurde ich von einem Folklore-Typen aufgefordert und zu Countrymusik ging es über den Platz. Wenig später war mein Prof dran. Wir haben uns ein Schweinerennen angeschaut, und weil gerade die Hängebauchschweine dran waren, haben sie für eine Showeinlage Männer mit Bierbäuchen gesucht. Als mein Prof (Anti-Bierbauch, klein und schlank) aufgefordert wurde, den Bauch kreisen zu lassen, hat er sein Bestes gegeben. Ein anderer System-Dynamics-Prof hat auf dem Fair die Schafe angesagt, die an einer Art Wettbewerb teilgenommen haben. ("Und als nächstes sehen Sie drei Romanow-Schafe ...") Seine Frau hat nämlich eine Schaffarm. Bei denen bin ich mit den ganzen neuen Doktoranden auch morgen Abend eingeladen.

Ihr seht also, die Menschen hier sind sehr locker und vor allem wahnsinnig nett. Sie kümmern sich um mich, wie man am Ausflug zu dem Fair gemerkt hat. Hohe Ansprüche haben sie aber auch.

Ein paar Studenten kenne ich schon von der Konferenz in Boston. Mit denen war ich im Musical Grease, das hier kostenlos im Park aufgeführt wurde. Wir waren eine nette internationale Mischung, aus dem Iran, Korea und Deutschland. Ich habe gelernt, dass man im Iran auf einer Party auch schon mal Gedichte ziterit, dass es Grease im Iran allerdings nicht gibt. In Korea dafür schon. Na ja, dann fing es an zu regnen, und wir wurden pladdernass, aber es war trotzdem ein netter Abend.

Letztes Wochenende haben mich dann meine Gasteltern aus Indiana besucht. Mit 16 habe ich an einem 4-wöchigen Austausch meiner Schule teilgenommen und war bei einem älteren Ehepaar in einer Kleinstadt im Wallawupti des Mittleren Westens. Jetzt sind sie mit ihren vierundsiebzig Jahren zwei Tage gefahren (1200 km), um mich und ihren Neffen für ein Wochenende zu besuchen. Ihr könnt euch vorstellen, ich habe mich riesig gefreut. Die meiste Zeit, die wir miteinander verbracht haben, haben wir mit Essen verbracht. Sie haben mich zum Essen eingeladen und der Restauranttipp war sehr gut. Die Schlange vor dem Restaurant sprach für seine Qualität.

Sonntag, 12. August 2007

Albany 3 - Fake cheese and nice people

Last week I wanted to eat something really American - fluffy bread with cheese sandwich slices. When it did not taste quite like cheese, I had a look at the ingredients. Well, no milk inside, oil instead. Then I also had a look at the front side of the "cheese", and there it was in big letters: IMITATION Pasteurized Process Cheese Food. Those who are able to read are at an advantage indeed.

During my cheese dinner - better cheese imitation dinner - I put on the TV. 4 programs and it got better and better: 1. baseball, 2. golf, 3. lokal news about a dog that had finally found a home, and 4. a Helmut Lotti concert. I somehow got stuck to the crooner concert, at least until I had finished my dinner.

Taken together, my last week was very nice. On Tuesday I had an appointment with my professor and supervisor here, George. We looked at my system dynamics model for two full hours; he took a lot of time for me. On Wednesday, George took me to a county fair because he wanted to show me the real America. At an American you can find animal shows, amusement rides and food. It was a great afternoon. Oh, and then we got the opportunity to show our dancing skills. First I was asked for a dance by some folklore dancer. A little later it was my professor's turn. We watched a pig race, and since the next race was pot-bellied pigs, they were looking for pot-bellied men to perform in a show. When George (anti-pot-bellied, short and slim) was asked to join the belly dance he gave his best. Another system dynamics professor announced the sheep on the fair which took part in a kind of contest. ("And here you see three Romanow sheep ...") He did this because his wife has a sheep farm.

You see, people are very cool here and very, very nice. They take care of me, and that is very nice. But they also have high expectations.

I already know some really nice students from the conference in Boston. We went to the musical Grease together which was performed for free in a park in Albany. We were from Iran, Korea and Germany, and I learned that it is not unusual that people cite poems during a party in Iran, but that Grease is quite unknown there. It's known in Korea though. Well, it started raining and we got soaked, but it was fun.

This weekend, my host parents from Indiana came to visit me. When I was 16, I took part in a four-week school exchange and stayed with a couple in their 60s in a small town in Indiana. Now they drove 750 miles to see me and their nephew. You can imagine how happy I was about their visit. We spent most of our time eating. Today, before they left to see their nephew, we went to eat out. Since the restaurant seemed quite popular, we first had to wait for a table and then they let us wait for ages for our meals. So all the waiting turned out well for me, since I got to spend some extra time with my host parents.

Albany 2 - Konferenz und Einzug

In short:
Die Konferenz ist vorbei, mein Koffer ist nach einer Woche endlich angekommen, ich habe mich mit Gartenarbeit betätigt und eine Bleibe gefunden.


En detail:
Die vorletzte Woche habe ich in Boston verbracht. Urlaub? - Nein, weit gefehlt. Sonntag und Montag vor fast zwei Wochen habe ich jeweils eine Präsentation auf der System Dynamics Konferenz in Boston gehalten. Außerdem habe ich als freiwilliger Helfer gearbeitet. Montag Abend hieß das bis 11 Uhr schuften. Zum Ausgleich für die späte Arbeit begann meine Arbeit am Dienstag dann etwas früher um 6:45 (morgens
wohlgemerkt). Es hat aber total viel Spaß gemacht. Und ich habe total viele nette Leute getroffen, die mir mit T-Shirts etc. ausgeholfen haben - schließlich war mein Sommer-Gepäck ja noch nicht da. Das Hotel war wegen der Klimaanlage zwar eisgekühlt, aber mit Wollsocken und Stiefeln konnte ich doch nicht so viel anfangen. Im Ernst, draußen 36, drinnen 16°C.

Wieder in Albany habe ich erst mal bei Roberta der Konferenzkoordinatorin gewohnt. Sie liebt Gartenarbeit. Wir haben Apfelbäume eingezäunt und einen Wasserlauf freigelegt. Als Sport taugt das mindestens so gut wie Capoeira. Spaß hat es auch noch gemacht. (Ganz nebenbei bemerkt hat dieser 2-Personen-Haushalt 3 Autos.)

Außerdem war ich noch mit Bekannten von Roberta beim Baseball. Dieses Spiel war bisher ein Rätsel mit 7 Siegeln, aber jetzt weiß ich zumindest, wann die Spieler laufen, warum, und wann nicht. Zur Punktvergabe äußere ich mich besser noch nicht.

Diese Bekannten haben weitere Bekannte, bei denen ich dann Mittwoch eingezogen bin. Von ihrem anfänglich horrenden Mitpreis von 700 Dollar sind sie abgekommen, aber die Vermieterin meinte noch, dass ich maximal eine Person als Gast einladen dürfe. Ich habe sie diesbezüglich einfach mal nicht ernst genommen und denke, sie wird schon noch rausfinden, dass ich ganz umgänglich bin und dass ihr Haus nicht der Geheimtipp für wilde Partys werden wird. (Hä hä.) Eigentlich ist nur der Mann Charles 2 Tage die Woche zu Hause, die ganze Familie ist zu den Großeltern gezogen. Das heißt, ich hüte ihr Haus.
Na ja, ganz alleine bin ich nicht. Gleich am ersten Abend ist mir eine Maus im Küchenschrank begegnet - in einer Mausefalle. Wir suchen gerade ihre nächsten Anverwandten, um diese an ihrem Schicksal teilhaben zu lassen.


Gestern war dann ein Erlebnisausflug zu Aldi in der Nachbarstadt angesagt. Mit dem öffentlichen Bus, wohlgemerkt. Auf dem Rückweg bin ich schier zusammengebrochen unter meiner deutschen Last. Nein, bis auf Schokolade, Marmelade und Brot habe ich leider keine deutschen Produkte entdeckt, aber schwer war's trotzdem.

Albany 2 - Conference and Move-in

In short:
The conference is over, my suitcase arrived after a full week, I did some gardening, and I found a place to live.

En detail:
I spent the first week in Boston. Vacation? - No, I gave two presentations at the System Dynamics Conference. Additionally I worked as a volunteer. It was a busy time, though much fun. For example, I met people who helped me out with shirts, since my summer luggage had still not arrived. The temperatures of 36°C (97°F) outside but freezing 16°C (61°F) inside.

Back in Albany I first lived with Roberta the coordinator of the conference. She loves gardening. So we fenced apple trees and laid open a creek. As a sport this is at least as good as Capoeira. And it was a lot of fun.

I also went to a baseball game with one of Roberta's colleagues. So far this game had always been a mystery for me, but now I know at least when players run, why, and when not. But don't ask me about the scoring.

This colleague has further friends. This is where I moved on Wednesday. The landlady was a little afraid of me having parties in her house, I guess. Well, she will find out that I'm quite reasonable and that her address will not become an insider's tip for wild parties. (Well, ...) Actually, the landlord Charles comes here for just two days a week. The whole family moved to the grandparent, so I'm taking care of their house.

Well, I'm not quite on my own here. On the first evening, I had an aquaintance with a mouse in the kitchen cabinet - in a mouse trap. At the moment we are looking for its relatives so that they can share its fate.

Yesterday, I went on an adventure trip to Aldi in the next city - by public transportation. Instead of chocolate, bread and jam, I did not find any German products, but it was worth going.

Albany 1 - Ankunft

Es ist so weit, Nici ist mal wieder unterwegs. Und hier ist mein bisheriger Reisebericht fuer Euch:

Morgens um 3 klingelte der Wecker, um 4 ging's los. Diesmal haben mich die Italiener ueber den grossen Teich gebracht, deshalb ging es erst mal nach Milan und dann nach New York. Der Flieger nach Mailand war "schnuckelig". Zwei Sitzplaetze rechts, einer links pro Reihe, das war's. Die Gletscher in den Alpen waren gigantisch. Woha!

Dann ging es mit einer Horde Italiener von Milan nach NY. Ich habe Paul Watzlawicks "Gebrauchsanweisung fuer Amerika" ausgepackt. (Daniela, danke fuer das Buch, sehr sehr genial.) Gleich der dritte Satz lautete: Nehmen wir einmal an, Sie sitzen im Flugzeug nach New York. Watzlawick schreibt ueber den autofahrenden Ami, den ueber das Weltgeschehen (un)informierten Ami, der seine Unwissenheit selbst nicht wahrnimmt, ...

Irgendwo ist zwischen Milan und NY dann allerdings etwas schiefgegangen. Mit ca. 15 weiteren Leuten habe ich in NY die Haelfte meines Gepaecks vermisst. Tja, ich hatte einen Koffer mit Winterkleidung, Lakritz und Schokolade und einen anderen mit meinem Leben. Na ja, von T-Shirts, Unterwaesche, Digitalkamera und Badetasche musste ich mich erst mal verabschieden und habe jetzt bei 35 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit jede Menge Wollsocken.
Roberta, die Koordinatorin der System Dynamics Gesellschaft hat mich abgeholt, weil ich noch keine richtige Unterkunft habe, und es ging zunaechst mal zum Blitz-Shopping. Jetzt besitze ich Zahnpasta mit Vanillegeschmack und wie so etwas schmeckt, wollten wir doch schon alle mal wissen.

Noch auf der Landebahn begruessten mich dann allerdings die Auslaeufer Europas. Ikea in seiner ganzen blau-gelben Pracht.

Gleich geht's zur Konferenz nach Boston. Drueckt mir die Daumen, dass mein Koffer es auch dorthin findet und ich die Praesentationen dann noch gut hinter mich bringe.

Samstag, 11. August 2007

Albany 1 - Arrival

Nici is travelling, again. And this is my travelogue so far.

The alarm clock rang at 3 in the morning. We left for the airport at 4. This time, the Italians brought me over. The airplane to Milan was cute. Two seats on the right and one on the left of the aisle, that was it. The Alps were magnificent. Woha!

In a bigger plane I went to New York. On the way, I read Paul Watzlawick's "Users instructions for America". It started with: You could go anywhere in the US, but imagine you are sitting in a plane to New York ... The book is great. It is about the driving American, American cities, radio and television, media, ...
Still on the airstrip in NY, the extentions of Europe became visible - it was IKEA in its yellow-bluish shine.

Somewhere between Milan and New York something went wrong. I was one of about 15 who missed half of their luggage. Well, I had one suitcase with winter clothes, liquorice and chocolate and another one with everything else. You can imagine which one was missing. I said goodbye to t-shirts, my washbag and digital camera and now have loads of woolen socks at a temperature of 35°C (95°F).

Roberta the coordinator of the System Dynamics Society picked me up at the bus station and we went fast-shopping. Now I have vanilla-flavored toothpaste, and didn't you all always wanted to know how that tastes?

Now we are going to the System Dynamics Conference in Boston. Press your thumbs for me that my lost suitcase will also make it there and that my presentation will go well.